Internationaler Deutscher Trainings-Preis – oder so kauft man sich Auszeichnungen
Author: Carmen Brablec // Category: Karriere-StylingMit Begeisterung schaut man sich Trainer und Speaker an, die schon viele Preise gewonnen haben, schließlich müssen die ja besser sein als die anderen. Ich muss sagen, dass auch ich nicht abgeneigt wäre, mein Konzept von einer Jury prüfen und beurteilen zu lassen.
Umso mehr erfreut war ich über die Post vom BDVT – dem Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches – in der der Internationale Deutsche Trainings-Preis 2010 ausgeschrieben worden war und um Anmeldungen gebeten wurde.
Meine Euphorie legte sich aber sehr schnell, also ich die Teilnahmebedingungen las.
Bisher kannte ich folgende Abfolge. Menschen, die sich verdient gemacht haben, werden nominiert und von einer Jury wird dann der beste gewählt und ausgezeichnet.
Nicht so bei BDVT! Wenn Sie bei den Teilnahmebedingungen bis zum Punkt 7 vorgedrungen sind, den Teilnahegebühren, wird Ihnen schier anders. Um das Konzept einreichen zu dürfen, zahlen Sie 690,- Euro, sollten Sie in die nächste Runde, also das Finale kommen, zahlen Sie nochmal 1980,- Euro natürlich zzgl. Umsatzsteuer – versteht sich.
Ich bin ehrlich, als ich das gelesen habe, war ich erst schockiert, anschließend sauer und am Ende hatte diese Auszeichnung für mich jeden Wert verloren. Denn die Trainer, die etwas von sich halten, werden keine 3177,30 (brutto) dafür bezahlen, um von einer “gekauften” Jury ausgezeichnet zu werden. Von daher ist dieser Preis kein Maßstab für gute Trainings. Denn die besten werden dafür honoriert, dass sie die besten sind, diese müssen sich die Ehre einen Preis erhalten zu können, nicht erst erkaufen.
Sehr schade, dass damit der Preis einen schalen Beigeschmack und ein nicht mehr ganz so glanzvolles Licht auf den Sieger wirft.